Vorwort: Wenn der heimische PC in die Jahre gekommen ist, wird beim Aufrüsten meist nur an die Erhöhung der Rechenleistung gedacht. Mehr Arbeitsspeicher, ein schnellerer Prozessor und eine leistungsfähigere Grafikkarte stehen hier im Fokus. Der Austausch des Netzteils wird gerne vernachlässigt. Schließlich bringt es ja auch keine Leistungssteigerung im herkömmlichen Sinne. Dass das Geld hier an der falschen Stelle gespart wird steht auf einem anderen Blatt. Bedingt durch den Alterungsprozess lassen Instabilitäten nicht lange auf sich warten. Ein Grund hierfür könnten beispielsweise die Kondensatoren sein, die permanent der Hitze ausgesetzt sind und mit der Zeit eintrocknen können. Der gute alte Hausstaub ist wohl der häufigste Grund für einen Ausfall. Wenn sich das Netzteil und dessen Lüfter nach mehreren Jahren Betrieb mit Staub zugesetzt hat, kann das Netzteil überhitzen oder sogar durchbrennen. Aber auch wenn das Netzteil "noch" stabil läuft gibt es einen weiteren triftigen Grund zum Wechsel: Die Effizienz. Während aktuelle Netzteile meist einen Wirkungsgrad von mehr als 80% aufweisen, sind bei den älteren Semestern kaum mehr als 70% zu erwarten. Zudem verrichtet heutzutage in der Regel ein leiser 120mm Lüfter anstatt ein hochdrehender 80mm Lüfter den Dienst der Gehäuseentlüftung. Es sprechen also viele Gründe dafür, beim Aufrüsten auch ein gutes, neues Netzteil zu berücksichtigen. Für den heutigen Kandidaten spricht unter anderem die reine Weste des Herstellers. In der Tat genießt Seasonic nicht nur in der Silentszene einen hervorragenden Ruf. Kaum ein Netzteilhersteller wird häufiger in unserer Community empfohlen. Das Seasonic M12II-430 könnte man quasi als modulare Variante des S12II-430 bezeichnen. Dessen kleiner Bruder durchlief bereits erfolgreich unseren Testparcours und war prompt eine Empfehlung wert. Entsprechend hoch sind die Erwartungen. Inwiefern diese erfüllt werden, klärt der folgende Praxistest.
Lieferumfang:
Das Seasonic M12II-430 erreicht den Kunden in einer hochwertigen und schick gestalteten Verpackung. Bei einer Größe von (B) 33 x (H) 22 x (T) 10cm und einem Gesamtgewicht von 2.650 Gramm wäre allerdings ein integrierter Tragegriff von Vorteil. Auf der Verpackung befinden sich alle Informationen aufgedruckt, die den Käufer interessieren: Specifications, Special Features und General Features. Jedoch leider nur in englischer Sprache. Im Inneren befindet sich das in Luftpolsterfolie verpackte Netzteil und das Netzteilzubehör: Ein Kaltgeräte-Anschlusskabel, ein Seasonic Casebadge, 4 Gehäuseschreiben und ein Textilbeutel mit den abnehmbaren Kabelsträngen. Eine 28-seitige Bedienungsanleitung in 7 Sprachen rundet den Lieferumfang ab.
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Technische Daten:
- Hersteller: Seasonic
- Modell: M12II-430 (SS-430GM)
- Layout: 120mm Single-Fan
- Standards: ATX12V 2.2
- Blindstromkompensation (PFC): aktiv
- Wirkungsgrad / 80Plus: bis 85% / ja
- Gesamtleistung: 430W
- Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 160 mm
- Gewicht: 1.738 Gramm
- Verkaufspreis (EUR): ca. 99,00
- Bezugsquelle: Maxpoint GmbH
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Details:
Das Seasonic M12II-430 Netzteil hinterlässt bereits nach dem ersten Blick einen sehr ordentlichen Eindruck. Wo andere Hersteller mit Bonbon-Optik blenden, setzt man seitens Seasonic auf Purismus. Wie aus einem Guss passt hier wirklich alles Ton in Ton zusammen. Auch die Haptik stimmt. Das Netzteil fühlt sich sehr solide und hochwertig verarbeitet an. Mit einem Nettogewicht 1.738 Gramm ist es auch nicht gerade ein Fliegengewicht. Die Pulverbeschichtung erweist sich in der Praxis etwas unempfindlicher als eine herkömmliche Lackierung. So wird nicht gleich jeder ungeplante Handgriff mit einem hässlichen Kratzer bestraft. Die solide Griffigkeit kommt auch nicht von ungefähr, denn wie bei Seasonic üblich wurde der Deckel des Netzteils mit dem Boden "verzapft". Gegenüber der einfachen Falzmethode stellt sich das Chassis hierdurch als deutlich solider dar. Der Perfektionist sucht auf der Netzteilrückseite vergebens nach der Beschriftung/Kennzeichnung der Anschlussbuchsen für die optionalen Kabelstränge. Bei Bedarf sind diese auf der Verpackung und in der Beschreibung nachzulesen. Ansonsten gibt es rein äußerlich keine Besonderheiten zu bemerken. Im Inneren des Netzteils verbirgt sich ein sehr aufgeräumtes Platinenlayout inklusive hochtemperaturbeständiger Kondensatoren in den +12V Schaltkreisen. Die aus Aluminium gefertigten Kühlkörper sind von einfacher Geometrie und wurden lediglich gefalzt um dem Kühlluftstrom eine größere Angriffsfläche zu bieten. Dieser wird von einem 120mm Lüfter des Typs AD1212MB-A71GL aus dem Hause Adda produziert, welcher unter anderem bereits im S12II-330 zum Einsatz kam. Beim M12II-430 hat man diesen jedoch mit einer Kunststoffblende modifiziert, um den Luftstrom gezielter auf die Wärmequellen zu leiten. Inwiefern sich dies auf die Kühlleistung bzw. das Betriebsgeräusch auswirkt, wird der Praxistest aufzeigen. Aus technischer Sicht bietet das Seasonic M12II-430 alles was von einem aktuellen Netzteil erwartet wird. Ein Konformgehen des 80 Plus Standards, zwei voneinander unabhängige +12V Schaltkreise, aktive Blindstromkompensation (PFC) und umfängliche Schutzschaltungen. Das Highlight ist das integrierte Kabelmanagement. Trotz der zusätzlichen Platine und dessen Anschlussstecker ist das Netzteil mit einer Bautiefe von 160mm angenehm kompakt geblieben. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz - auch für Big Tower - auf. Alle Kabelstränge sind komplett mit Gewebe ummantelt. Die sauber konfektionieren Easy-Swap Stecker ermöglichen das einfache Anschließen der Komponenten ohne Kraftaufwand. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 52 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 1 Kabelstrang 52 cm (4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 Kabelstrang 50 cm (6-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 3 Kabelstränge 70 cm (je 2 x 5 1/4" Stecker), 2 Kabelstränge 55 cm (je 1 x PCI-Express Stecker) und 2 Kabelstränge 75 cm (je 3 x S-ATA Stecker). Etwaige Altgeräte wie Diskettenlaufwerke o.ä. können mittels beiliegendem 5 ¼“ auf 3 ½“ Adapterkabel (2 x 10 cm) versorgt werden.
Leistungsaufnahme: Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg. Bei den unten aufgeführten Werten handelt es sich um Bruttowerte. Der Stromverbrauch des Energie Monitor (ca. 0,8W) muss noch herausgerechnet werden.
Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist.
Das Seasonic M12II-430 platziert sich mit einem hauchdünnen Abstand hinter dem S12II-330 aus gleichem Hause. Die ermittelten Ergebnisse sind unglaublich identisch. Noch beeindruckender ist die Tatsache, dass das heute getestete Modell um 100W stärker ausgelegt ist. Bei vergangenen Tests konnte immer wieder festgestellt werden, dass stärker ausgelegte Modelle gleicher Baureihe häufig schlechter abschneiden. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) meldet der Energy Monitor einen sehr guten Verbrauchswert von 118W. Im Leerlauf (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) begnügt sich das Testsystem mit 70,7W. Wird das System heruntergefahren, werden noch 2,4W aus der Steckdose gesaugt. Hier ist die Spitzengruppe noch einen Hauch genügsamer. Für ein Netzteil der >400W-Klasse hinterlässt das Seasonic M12-430 einen sehr guten Eindruck.

Spannungsstabilität: Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.
Das Seasonic M12II-430 leistet sich auch in Punkto Spannungsstabilität keine Schnitzer. Die Auswertung der Logfiles offeriert linear verlaufende Spannungswerte ohne nennenswerter Unregelmäßigkeiten. Ob 24h Dauerlasttest oder frequentierter Lastwechsel, das Netzteil verhielt sich stets stabil. Die Spannungswerte lagen zudem relativ nah am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.26 - 3.28V, 4.97V und 12.37 - 12.44V deutlich in der zulässigen Toleranz.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Kühlleistung: Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.
Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.
Obwohl das Seasonic M12II-430 mit einem ähnlichen Geräuschpegel aufwartet, was analog auf einen identischen Drehzahlbereich schließen lässt, ist die Kühlleistung etwas schwächer. Grund hierfür könnte die am Lüfter befestigte Kunststoffabdeckung sein, welche den Luftstrom punktuell auf die Hitzköpfe der Platine leiten soll. Anders lassen sich die bis zu 2°C Unterschied nicht erklären. Bei der subjektiven Beurteilung reicht es daher auch nur für die Note "befriedigend". In leistungsstarken Systemen wird ein zusätzlicher Gehäuselüfter von Nöten sein.
Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Geräuschmessung: Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.
In punkto Betriebsgeräusch entspricht das Seasonic M12II-430 den Erwartungen und liegt in etwa auf gleichem Niveau wie das zuvor getestete S12II-330. Mit gemessenen 25,2 dB(A) im Leerlauf und 25,4 dB(A) unter Volllast kann das Betriebsgeräusch als sehr angenehm bzw. kaum hörbar eingestuft werden. Der sonst sehr neutral agierende Adda Lüfter werkelt weitgehend frei von Nebengeräuschen. Lediglich ein sehr filigranes Rassel- bzw. Surrgeräusch lässt sich aus unmittelbarer Nähe vernehmen.
Die Elektronik verhält sich ebenfalls sehr zurückhaltend. Der subjektive Eindruck schwankt hier zwischen "keine" und "sehr gering". In der Tat ist ein extrem leises Surren bzw. Brummen wahrzunehmen, wenn das Ohr direkt an der Elektronik andockt. Die Intensität bleibt jedoch gleich gering und änderte sich selbst bei Lastwechsel nicht merklich. In einem Abstand von 10 cm ist bei deaktiviertem Lüfter nichts mehr zu hören.
Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
- Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
- Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
- Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
- Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
- Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
- Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
- Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
- Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
- Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
- Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
- Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
- Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
- Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
- Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Fazit:
Das Seasonic M12II-430 konnte im Praxistest erwartungsgemäß in allen Bereichen überzeugen. Lediglich bezüglich der Kühlleistung muss man einen kleinen Kompromiss eingehen. Ein flüsterleises Betriebsgeräusch geht leider selten mit einer bärenstarken Kühlung einher. Ein "befriedigend" in dieser Kategorie ist schon die schlechteste Note, die das Netzteil im heutigen Test erhält. Gewohnt gut sieht es bei der Beurteilung von Betriebs- und elektronischen Störgeräuschen aus. Dem Gehör wird während des Betriebs nur eine geringfügige Emission zuteil. Im Leerlauf des Testsystems werden niedrige 25,1 dB(A) gemessen, was unsererseits subjektiv als "kaum hörbar" eingestuft wird. Auch die Elektronik fügt sich sehr gut ins Gesamtbild ein und offeriert ein kaum erwähnenswertes aber dennoch vorhandenes Surren. In punkto Effizienz muss sich das 80 Plus zertifizierte Seasonic ebenfalls nicht verstecken. Obwohl die Luft in der Spitzengruppe langsam dünner wird, reicht es für eine ordentliche Platzierung. Ganz nebenbei stimmt auch das optische Erscheinungsbild. Ohne Firlefanz überzeugt der Prüfling durch sein schlicht aber dennoch edles Finish. Die Haptik stimmt ebenso. Man kann die gute und solide Verarbeitung förmlich spüren. Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von ca. EUR 99,00 muss man für das Kabelmanagement-Netzteil leider relativ tief in die Tasche greifen. Wer darauf verzichten kann, für den könnte das deutlich günstigere S12II-430 interessant sein. Letztendlich gehören beide Versionen zu der Sorte von Netzteilen, die man getrost einem guten Freund empfehlen kann. Aufgrund der durchwegs guten Testergebnisse erhält das Seasonic M12II-430 den Kauftipp der Redaktion.

Danksagung: Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herr Andre Hintze von Maxpoint GmbH.
Links zum Thema:
Maxpoint [ Vertrieb ]
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